Naturlandschaft Senne

Die Heidelandschaft der Senne ist keine Naturlandschaft, sondern eine durch den Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Sie entstand als Folge einer beständigen Übernutzung der Flächen. War der Wald nicht ohnehin schon gerodet worden, so lichtete er sich nach und nach durch die Beweidung auf, die keine Naturverjüngung hochkommen ließ. Laubstreu und Humus wurden zur Düngung auf die kargen Felder gebracht. Der offene Boden wurde durch Auswaschungen immer nährstoffärmer. Schließlich blieben nur noch Gebüsch und Heide übrig. Durch die in der Senne übliche Plaggenentnahme wurden dem Boden beständig Nährstoffe entzogen. Bei dem Wort Heidelandschaft denkt man zuerst an die Besenheide, die vor allem im Sommer weite Bereiche durch ihre auffällige violette Blütenfarbe prägt. Weniger bekannt, aber genauso charakteristisch für Heideflächen, sind der Haar-Ginster, das Berg-Sandglöckchen und die Heide-Nelke. Offene Sandstellen, die früher als Folge des Plaggenhiebs zum Bild der Heidelandschaft gehörten, werden im Lauf der Zeit vom Heidekraut und anderen Pionierpflanzen besiedelt. Zu nennen wären hier die bläulich überlaufenen Horste des Silbergrases, die wie eine Nähmaschinen-Naht wirkenden Ausläufer der Sand-Segge, aber auch die unscheinbaren Arten Frühlings-Spörgel und Bauernsenf. Die Heidelandschaft der Senne ist Lebensraum einer Vielzahl stark spezialisierter Tierarten.

Das trocken-warme Kleinklima, die lockeren, offenen Böden, die geringe Nutzungsintensität und teilweise auch die Abgeschiedenheit und Ruhe der Bereiche begünstigen diese Artenfülle. Heidelerche, Baumpieper und Goldammer sind als Bodenbrüter auf strukturreiche Heideflächen angewiesen. Zauneidechsen legen ihre Eier in vegetationsfreien Sandstellen ab. Die Artenvielfalt der Insekten ist überwältigend. Viele Arten sind an das Heidekraut und seine Begleiter als Nahrungspflanzen gebunden. Eine Reihe von einzeln lebenden Bienen und Grabwespen graben ihre Nester in offene Sandstellen. Sand-Laufkäfer jagen hier ihre Beute. Feldgrillen leben in selbstgegrabenen Sandröhren. Besonders artenreich sind neben den Insekten auch die Spinnen in der Heidelandschaft der Senne vertreten.

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